WELE-WITT – Der Knoten in der Schiene

Aktionskunst & Performance am ehemaligen Bahnhof Langenegg (1995)

Eine 12 Meter lange, 384 kg schwere Eisenbahnschiene aus Donawitzer Stahl wird aus ihrer Verankerung gelöst, glühend gemacht und vor Ort verknotet. Die ganztägige Aktion am stillgelegten Bahnhof Langenegg-Krumbach im Bregenzerwald transformierte ein starres Symbol der Infrastruktur in eine organisch gebogene Skulptur.

Konzept & Idee: Harald Schwarz
Schmiedemeister: Josef Eberle
Technik & Logistik: Werner Schedler (Bagger/Biegebock), Günter Metzler u. a.
Medium: Eisenbahnschiene, Schmiedeesse (1100 °C), 24-t-Hydraulikbagger, Bild & Ton

Die Performance Im Dezember 1995 wurde auf dem Areal der ehemaligen Bregenzerwaldbahn eine drei meterlange Feldessen-Konstruktion errichtet. Über viele Stunden hinweg wurde der Stahl unter Einsatz von 500 kg Schmiedekohle auf Arbeitstemperatur gebracht, mit dem Bagger aus dem Feuer gehoben und über einen eigens gefertigten Biegebock schrittweise zu einem massiven Knoten geformt

»Im Glühen das Vergehen, die Veränderung, Vergangenheit aufgeheizt, > Geschichte aufgehoben, versetzt, eingespannt, gebogen, unaufhaltsame > Verdrehung von Form und Inhalt … Um 19.00 Uhr wurde ein Ende der 12 Meter > langen ‚Bayrisch 6‘ zur Schlinge. Nach einem weiteren viermaligen Anziehen > zum Knoten.«
Peter Perathoner

Aufnahmen und 6 Kassetten Tonaufnahmen dokumentieren den Prozess:
das Fauchen des Windkanals, das Verformen des glühenden Stahls und die Atmosphäre am nächtlichen Lagerfeuer.

Zeitdokument & Pressebericht Die Kulturzeitschrift *Sturzflüge* widmete der Aktion 1996 einen ausführlichen Bericht von Peter Perathoner mit Fotografien und Zeichnungen.
📄 **[PDF-Download: Reportage „Wele witt?“ – Sturzflüge Nr. 42/43/44 (PDF, ca. 10 MB)]